Es gibt keinen Mangel an schönen Orten zum Übernachten. Eine Hütte mit perfektem Blick. Ein restauriertes Bauernhaus zwischen Weinbergen. Ein Hotel, das sich in die Berge schiebt. Ein Pool, genau dort platziert, wo er auf dem Foto am besten wirkt. Solche Orte speichern wir auch.
Aber nach vielen Jahren des Reisens durch ganz unterschiedliche Teile der Welt, mit Aufenthalten in kleinen familiengeführten Pensionen ebenso wie in sorgfältig gestalteten Hotels, haben wir gelernt: Schönheit allein ist selten das, was einen Ort im Gedächtnis bleiben lässt. Meist ist es etwas anderes.
Das noch warme Brot beim Frühstück, weil es jemand unten im Haus selbst gebacken hat. Der Gastgeber, der erklären kann, warum jeder Baum im Garten genau dort steht, wo er steht. Die alten Wände, die bewusst nicht perfekt gemacht wurden. Der Schwimmteich, der nicht nach Chlor riecht. Ein Zimmer, das sich besser anfühlt, als es auf Fotos aussieht. Oder der Moment, in dem man genau dann ankommt, wenn draußen in den Weinbergen gelesen wird.
Das sind die Dinge, an die wir uns erinnern. Und genau darum soll es bei Wonderful Stays immer mehr gehen.
Wonderful Stays entsteht zu zweit: von einem Designer und einer Bauingenieurin. Vielleicht erklärt das einen Teil unserer Neugier.
Uns fällt auf, wenn ein Neubau selbstverständlich neben einem alten Haus funktioniert. Wenn sich jemand dafür entschieden hat, zu erhalten statt zu ersetzen. Wenn ein Material wahrscheinlich in zehn Jahren besser aussehen wird als heute. Aber genauso achten wir auf ganz andere Dinge. Wie das Frühstück serviert wird. Ob ein Garten wirklich gelebt wirkt oder nur gestaltet. Ob ein Ort einen dazu bringt, noch eine Stunde länger zu bleiben. Ob die Menschen dahinter genau das Haus geschaffen haben, das sie selbst führen wollten.
Viele Jahre unterwegs haben uns deutlich weniger empfänglich für Perfektion gemacht. Manche der Orte, die wir lieben, sind außergewöhnliche Stücke Architektur. Andere sind überhaupt nicht besonders fashionable. Sie haben einfach Seele, ein starkes Gefühl für ihren Ort und Menschen, die Gastfreundschaft instinktiv verstehen. Für uns gehört beides hierher.
Vielleicht ist genau das der Teil, der uns heute am meisten interessiert. Ein Stay gehört immer zu etwas Größerem.
Zu einer Landschaft. Einem Dorf. Einer Jahreszeit. Einer Art zu essen. Einer Straße, die dorthin führt. Einer Familie, die den Ort prägt. Zu etwas, das in der Nähe wächst, gekocht, gefeiert oder hergestellt wird. Das kann eine Reise komplett verändern.
Südtirol im September ist nicht einfach dasselbe Südtirol mit etwas wärmeren Farben. Die Äpfel werden geerntet. In den Weinbergen wird gearbeitet. Kisten stehen am Straßenrand. Restaurants kochen anders. Die Landschaft ist plötzlich nicht mehr nur Kulisse. Ein paar Wochen später verändert sich die Geschichte wieder. Und oft ist genau das der Unterschied zwischen irgendwo gewesen zu sein und das Gefühl zu haben, zum richtigen Zeitpunkt angekommen zu sein.
Wonderful Stays soll mehr von genau diesem Gefühl einfangen. Nicht mehr Orte, nur um mehr Orte zu haben. Sondern mehr Gründe, sich für die richtigen zu interessieren.
Hotels zeigen uns naturgemäß ihre besten Bilder. Das Zimmer im goldenen Abendlicht. Den leeren Pool. Den Frühstückstisch, bevor sich jemand hinsetzt. Aber Fotos haben Grenzen.
Sie zeigen nur schwer, warum ein Grundriss so gut funktioniert. Wie still sich ein Garten tatsächlich anfühlt. Warum sich jemand entschieden hat, zwölf Zimmer zu bauen und nicht zwanzig. Was morgens in der Küche passiert. Oder warum ein Hotel, das online eher zurückhaltend wirkt, vor Ort schwer zu verlassen ist.
Genau nach diesen Dingen wollen wir suchen. Architektur und Design werden immer Teil von Wonderful Stays bleiben, aber nie nur als Dekoration. Uns interessieren die Entscheidungen hinter einem Ort mehr als die Frage, ob er in eine bestimmte Ästhetik passt.
Wir haben nicht in jedem Hotel auf Wonderful Stays selbst übernachtet und wollen auch nicht so tun, als wäre es anders. Einige Orte kennen wir aus unseren eigenen Reisen. Wir wissen, wie sich der Morgen dort anfühlt, in welche Ecke wir immer wieder zurückgekehrt sind und was uns die professionellen Bilder vorher nicht erzählen konnten. Andere entdecken wir durch Recherche, Gespräche, Architektur, Lage, Empfehlungen und die Ideen hinter einem Ort. Beides hat für uns seinen Wert.
Wichtig ist nur, den Unterschied klarzumachen. Eine persönliche Erfahrung bleibt eine persönliche Erfahrung. Eine redaktionelle Auswahl ist eine bewusste Entscheidung.
Gute Kuratierung bedeutet nicht, überall gewesen zu sein. Sie bedeutet, für jeden Ort einen guten Grund zu haben.
Das Internet liefert uns längst eine endlose Auswahl schöner Hotels. Wonderful Stays sollte etwas hinzufügen.
Ein bisschen mehr Neugier. Einen Grund, nicht nur das Schlafzimmer zu sehen, sondern auch das Gebäude. Nicht nur den Service, sondern die Menschen dahinter. Nicht nur die Aussicht, sondern die Landschaft. Und manchmal einen Grund, an einen Ort zu reisen, an den man vorher überhaupt nicht gedacht hatte.
Wir werden weiterhin besondere Stays sammeln. Aber genauso interessieren uns das, was sie umgibt, was sie geprägt hat und was die Reise dorthin besonders macht. Denn das Hotel ist nur der Anfang der Geschichte.
Where to stay is only half the story.
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